Schluss- und Fotobericht Biotop Stadtallmend, Bellach

Von der Vision zum «Biotop Stadtallmend» in 7 Jahren (2019-2025)

Die Stadtallmend besteht aus einem alten Bachlauf, von dem eine Reihe von mächtigen, alten Stieleichen erhalten ist, welche den Ostrand der Stadtallmend markiert. Die Bürgergemeinde Solothurn pflanzte 1955-1957 westlich angrenzend eine dreieckige Plantage mit Reihen von Kanada-Pappeln, abwechselnd mit Reihen von Fichten, letztere 1958-1960 und als Christbaumkultur vorgesehen. Die übrige Fläche bestand aus Dauergrünland. Das Gebiet ist stellenweise vernässt und weist keine landwirtschaftlichen Drainagen auf, es hat daher ein grosses ökologisches Aufwertungspotenzial für die Biodiversität, namentlich als Biotop für Amphibien und andere wassergebundene Tier- und Pflanzenarten der Witi. Die Stadtallmend auf Parzelle GB Bellach Nr. 726 wurde 1972 als kantonales Naturreservat «Stadtallmend» unter Schutz gestellt (Schutzbeschluss RRB Nr. 1972/2446 vom 2. Mai 1972) und war Eigentum der Bürgergemeinde Solothurn. Die Parzelle wurde 1985 der Bürgergemeinde Bellach verkauft. Die kantonale Witischutzzone (www.so.ch/witi), in welcher die Stadtallmend liegt, verpflichtet den Kanton zum Aufwerten der bestehenden sowie Anlegen neuer Naturelemente. Die Abteilung Natur und Landschaft des Amts für Raumplanung wollte dieses Naturreservat und damit auch die östliche Witischutzzone aufwerten und stellte dem Bürgerrat Bellach eine entsprechende Projektidee zum «Biotop Stadtallmend» an einer Begehung vom 20. Februar 2019 vor. Die Vision stiess auf grosses Interesse. Ein Vorprojekt wurde erarbeitet; der Bürgerrat stimmte diesem am 10. September 2020 einstimmig zu. Weitere Gespräche wurden geführt. Insbesondere wurde mit dem Pächter eine praxistaugliche und wirtschaftlich vorteilhafte Bewirtschaftung detailliert erarbeitet: Das Biotop sollte mit den Schottischen Hochlandrindern des Stüdelihofs (Allmendhof) beweidet werden. Zwei Ziele sollten in der Stadtallmend verfolgt werden:

– Die Witi soll hier lokal als Feuchtgebiet renaturiert und verschwundene Tier- und Pflanzenarten sollen wieder heimisch werden.

– Das Gebiet soll für die Naherholung und Umweltbildung aufgewertet werden.

Das Projekt wurde weiterentwickelt, das Biotop sollte zwei Tümpelflächen von rund 1000 m2 und 2000 m2 erhalten. Diese sollten von April bis August mit Wasser gefüllt werden. Dieses sollte mit einer Solarpumpe aus einem Grundwasserbrunnen hochgepumpt werden. Mit der temporären Überflutung können die ursprünglichen Zustände der Witi nachgebildet werden. Die Schneeschmelze in den Alpen liess früher die unkorrigierte Aare ansteigen und führte oft zu grossflächigen Überschwemmungen. Auch blieb das Regenwasser auf den undrainierten, schweren Böden lange liegen. Diese Verhältnisse änderten sich erst mit den Juragewässerkorrektionen, dem kontrollierten Aarepegel, der Anlage von Drainagen und der Umwandlung der Feuchtwiesen zu Ackerland. Für die «Ureinwohner» wie Laubfrosch, Kreuzkröte und Weissstorch kann nun mit dem Biotop Stadtallmend wieder ein wertvoller Lebensraum entstehen. Hecken und Kleinstrukturen sollten diesen zusätzlich aufwerten.

Anbei der Fotobericht Biotop Stadtallmend als PDF unter folgendem Link: Biotop Stadtallmend Schlussbericht_BG_Version

Bei Interesse kann der komplette Schlussbericht unter info@bg-bellach.ch angefragt werden.

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